Jüdische Kultur: ChangeMe

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Jüdische Kultur

Kultur und Austausch in der Ehemaligen Synagoge

Ein „Ort des Miteinanders und der Erinnerung“ soll die Ehemalige Synagoge Georgensgmünd sein. So wurde es schon nach Ankauf und Renovierung durch die Gemeinde beschlossen. Seitdem laden zahlreiche Führungen, Ausstellungen, Lesungen und Kulturveranstaltungen zu einem Besuch des früheren Gotteshauses ein. Thematisch dreht sich alles um die verschiedenen Facetten des Judentums – von Klezmer über Kafka bis zu den Feldrabbinern im Ersten Weltkrieg… Seien Sie unser Gast und genießen Sie das besondere Ambiente dieses Ortes bei einer unserer Veranstaltungen. 

Veranstaltungsprogramm 2022

Ein vielseitiges Kultur- und Veranstaltungsprogramm ist für das Jahr 2022 geplant. Neue und altbekannte Künstler und Aktöre werden Sie mit Musik und Gesang begeitstern. Sie können sich sowohl verzaubern lassen, als auch in verangene Zeiten entführen lassen. Seien Sie unser Gast und genießen Sie Kunst, Kultur und Geschichte in immer wieder neuen Facetten.

Wir freuen uns auf Sie!

Søren Thies – Liebling, mein Herz lässt dich grüßen …

Im Frühjahr 1933 wurde eine ganze Generation deutscher Musiker, Schauspieler, Kabarettisten, Filmemacher und Schriftsteller von heute auf morgen arbeitslos. Viele bedeutende und beliebte Künstler verloren zuerst ihren guten Ruf, dann ihr Publikum, ihre Heimat und schließlich oftmals sogar ihr Leben.

„Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen...“ möchte an die Künstler der Weimarer Zeit erinnern, deren Namen heute zu Unrecht oft völlig vergessen sind. Tonfilmschlager von Werner Richard Heymann, Hans May und Friedrich Hollaender treffen auf Kabarett-Songs von Curt Bry und Willy Rosen. Dem weltberühmten Tenor Joseph Schmidt wird genauso gedacht wie der unvergleichlichen Schauspielerin Dora Gerson. Für einen Abend werden die Goldenen 20er wieder lebendig, eine Zeit in der die europäische Kultur so produktiv und vielfarbig war wie niemals zuvor.

Søren Thies wurde in 1969 Hamburg geboren. Er studierte Völkerkunde, Musikwissenschaft und Geographie und ist vor allem als Solist mit Akkordeon und Stimme unterwegs. Sein Hauptinteresse gilt der Musik und Kultur der osteuropäischen und deutschen Juden. Darüber hinaus schlägt sein Herz aber auch ganz besonders für die französische Musette und die Chansons des 20. Jahrhunderts. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit der Film- und Kabarettmusik der Weimarer Zeit.

Sonntag, 11. September, Ehemalige Synagoge Georgensgmünd

Beginn: 18:00 Uhr / Einlass ab 17:00 Uhr

Infos und Tickets unter 09172/703-70 oder tourismus@georgensgmuend.de

Ausstellung "Die Bibel. Buch der Juden, Buch der Christen."

Wie eng Judentum und Christentum miteinander verbunden sind, zeigt sich besonders deutlich in der Betrachtung des Buches, das in beiden Religionen heilig ist: der Bibel - oder besser gesagt eines Teils davon: des Tanach, des Alten Testaments.

Die Ausstellung „Die Bibel. Buch der Juden, Buch der Christen.“ zeigt Gemeinsamkeiten, Unterschiede, aber auch Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Sie betont immer wieder, dass die gesamte Bibel auch heute Teil eines lebendigen Glaubens jüdischer und christlicher Menschen und Gemeinden ist.

Auf 12 Rollups betrachtet die Leihgabe des Evangelischen Arbeitskreises für das christlich-jüdische Gespräch, "ImDialog", die Heilige Schrift aus historischer, kultureller, sprachgeschichtlicher und religiöser Sicht.

Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 01. Oktober 2022, um 14.00 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. „Die Bibel“ wird voraussichtlich bis Ende Oktober in der Ehemaligen Synagoge Georgensgmünd zu sehen sein.

Ausstellung „Die Poesie der heilen Welt“

Wer kennt sie nicht, die glitzernden bunten Papierbildchen mit Blumen, Tieren, Märchenfiguren, Engeln oder Weihnachtsmännern, die Großmutters Poesiealbum zieren? Seit dem 19. Jahrhundert lassen Glanz- oder Oblatenbilder Kinder- und Sammlerherzen höherschlagen. Der Begriff Oblate (lat. oblatus = dargebracht) geht zurück auf hauchdünne und essbare Bildchen auf Lebkuchengebäck, die im 19. Jahrhundert zunehmend durch bunte Papierbildchen ersetzt wurden, auf die die Namensbezeichnung dann übertragen wurde.

Oblatenbilder mit idyllischen Motiven von jüdischen Festen in Synagogen und im Kreis der Familie sind weniger bekannt und haben Seltenheitswert. Sie waren weder Spielzeug noch Sammelobjekte und erlebten nur eine kurze Blütezeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Entstehung verdanken sie der jahrhundertealten Tradition, zu „Rosch ha-Schana“ (dem jüdischen Neujahrsfest) Neujahrsgrüße zu versenden. Heute spiegeln die jüdischen Oblatenmotive eine scheinbar heile und poetische Welt wider, die bereits in ihrer Entstehungszeit nur als kitschig idealisierter und nostalgisch überhöhter Rückblick existierte.

Die Ausstellung ist eine Leihgabe des Trägervereins „Jüdisches Museum Franken in Fürth, Schnaittach und Schwabach e.V.“. Auf 35 Oblatenbildern sind unter anderem beliebte Geschichten aus der Bibel, Stationen und Feste im Lebenskreis sowie das Versenden und Empfangen der Neujahrswünsche selbst dargestellt.

Ausstellungseröffnung: Samstag, 07. Mai um 17:00 Uhr
Weitere Termine: 15. Mai bis 05. Juni, jeweils sonntags von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Ehemalige Synagoge, Am Anger 9, 91166 Georgensgmünd

Der Golem, wie er in die Welt kam (1920) - Ein Stummfilmklassiker in besonderer Umgebung

Bedrohliche Kulissen, kantige Schatten, überzeichnete Figuren – nicht umsonst gilt „Der Golem, wie er in die Welt kam“ von Paul Wegener als ein expressionistisches Meisterwerk. Der 1920 in Berlin uraufgeführte Stummfilmklassiker war in Deutschland und auch international ein großer Erfolg. Selbst in den USA und in China sorgte er für volle Kinosäle.

Nun, 102 Jahre später, hat „Der Golem“ seinen Weg in die Ehemalige Synagoge Georgensgmünd gefunden. In ganz besonderer Atmosphäre erlebt der Zuschauer die Geschichte des Rabbis Löw, der, um das jüdische Ghetto von Prag zu schützen, ein Wesen aus Lehm zum Leben erweckt – den Golem. Ohne es zu ahnen, beschwört er damit großes Unheil herauf und bringt seine Gemeinde und das ganze Ghetto in Gefahr …

Der Golem ist die wohl bekannteste jüdische Legendenfigur und stand Pate für eine Vielzahl von Geschichten, in denen der Mensch künstliches Leben erschafft – von Frankenstein bis zum Cyborg. Er ist Teil der Kabbala, der jüdischen Mystiklehre und Philosophie, und seit dem 12. Jahrhundert bekannt.

Der Golem, wie er in die Welt kam (1920)

Stummfilmvorführung mit musikalischer Begleitung von Werner Reichenberger (Klarinette)

Samstag, 30. April 2022, Ehemalige Synagoge Georgensgmünd

Beginn: 20:00 Uhr / Einlass: 19:00 Uhr

Infos und Tickets unter 09172/703-70 oder tourismus@georgensgmuend.de