Ehemalige Synagoge: ChangeMe

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Ehemalige Synagoge

Jüdische Geschichte in Georgensgmünd

Jüdisches Leben in Georgensgmünd bestand fast vier Jahrhunderte. Der erste jüdische Bürger ist für 1542 nachweisbar. Zeitweise erhöhte sich die Zahl der jüdischen Bewohner auf mehr als ein Drittel der Einwohnerschaft des Ortes (1630 fast 40%).

Im 19. Jahrhundert verringerte sich der jüdische Anteil durch Abwanderung kontinuierlich, so dass mit Beginn der NS-Herrschaft 1933 nur noch 35 Juden in Georgensgmünd lebten. 1938 wurden die letzten 13 jüdischen Bewohner gezwungen, ihren Besitz zu verkaufen und den Ort zu verlassen. Mit einer restaurierten Synagoge, einem großen jüdischen Friedhof und einem Taharahaus (Totenwaschhaus) bietet Georgensgmünd ein vollständig erhaltenes Ensemble einstigen jüdisch-religiösen Lebens im ländlichen Raum.

Die Synagoge wurde 1734 erbaut und am 4./5. März 1735 vom markgräflichen Landesrabbiner eingeweiht. Eine an der Südseite im Inneren freigelegte Malerei deutet in Stil und Ausführung auf den polnischen Wandermaler Elieser Sussmann, der zu dieser Zeit in Franken wirkte. Zur Synagoge gehören zwei Ritualbäder, eine ältere Kellermikwe aus der Bauzeit der Synagoge und eine beheizbare neue Mikwe im Erdgeschoss.

In der Georgensgmünder Genisa, dem Aufbewahrungsort für nicht mehr brauchbare Schriften und Gegenstände aus der Synagoge, fanden sich zahlreiche alte religiöse Bücher, Gebetsriemen (Tefillin), Gebetsmäntelchen (Tallit Katan) und andere Gegenstände aus dem religiösen Leben. Diese Gegenstände sind in der ehemaligen Synagoge ausgestellt.

Seit Juli 2021 kann man sich mittels einer VR-Brille auf Zeitreise in das Jahr 1836 begeben und die Synagoge zu ihrer Blütezeit hautnah erleben. Eine beeindruckende 3D-Animation entführt die Besucher in den vollständig bemalten und mit Inventar bestückten Synagogenhauptraum. Ein eigens konzipierter Audio-Guide vermittelt umfangreiches Wissen zur Geschichte, dem Aufbau und den Besonderheiten des jüdischen Gotteshauses. Insgesamt sind es 40 Minuten Information, die man sich, wahlweise in Deutsch oder Englisch und natürlich kostenfrei, anhören kann.

Weiterführende Informationen zum Jüdischen Leben in Mittelfranken finden Sie in der neuen Broschüre "Tachles", die sowohl bei uns im "Meiersbeck" als auch in der Synagoge erhältlich ist.

Download Flyer mit Infos zur Synagoge, Taharahaus und Jüdischer Friedhof (PDF-Datei)(pdf-Datei)

Zutritt zur Synagoge ist nur zu unseren Öffnungszeiten und  im Rahmen einer vereinbarten Führung möglich. 

Öffnungszeiten:

jeweils Donnerstag, 29.07., 05.08., 12.08., 19.08., 26.08.2021 von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Ab 05.09. 2021 jeden ersten Sonntag im Monat von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Regelmäßig finden anlässlich unserer gemeindlichen Feste Führungen statt, außerdem bieten wir Themenspaziergänge und -führungen an.

Die Termine können Sie hier einsehen.

DVD "Die jüdischen Schätze Georgensgmünds"

Gerd Berghofer hat mit der DVD "Die jüdischen Schätze Georgensgmünds" eine interessante Dokumentation veröffentlicht, bei der Sie neue Details und Hintergrundinformationen erfahren. Den Trailer zur DVD finden Sie hier.

Die DVD ist direkt über den Verlag oder bei der Gemeinde Georgensgmünd erhältlich. Kosten: 10,00 €